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Filmvorführung: CAN GO THROUGH SKIN

KAN DOOR HUID HEEN

CAN GO THROUGH SKINR: Esther Rots

MO 29.11.2010 18:55 Uhr Leokino 2

€ 3 Eintritt für Studierende

foto CAN GO THROUGH SKINDie Trennung von ihrem Freund macht Marieke zu schaffen, doch lässt sie sich ihren FreundInnen gegenüber nichts anmerken. Ihr fragiles Gleichgewicht bricht jedoch auseinander als sie in ihrer Wohnung in Amsterdam überfallen wird. Nach dem brutalen Überfall ist ihr Leben nicht mehr wie vorher. Marieke entscheidet sich, Amsterdam zu verlassen und in ein altes Haus aufs Land zu ziehen. Dieses Haus wird zu ihrem absoluten Rückzugsort, wo sich die schwer traumatisierte junge Frau ihrer Innenwelt und ihren intensiven Gefühlen allein aussetzt. Die Erinnerung an das Erlebte und der Schmerz, den sie nicht teilen kann, holen Marieke immer wieder ein. Der desolate Zustand des Hauses am Land und die Renovierungsversuche werden dabei zum Spiegelbild Mariekes inneren Befindlichkeit: ihre Gefühle schwanken zwischen Angst, Ohnmacht, Wut und Hass, ihr (vorübergehender) Tatendrang wird von Kraftlosigkeit, Erschöpfung und Leere abgelöst. Nur langsam entstehen Momente der Hoffnung: Mariekes Austausch via Internet mit anderen Opfern von Gewalt sowie die leise Annäherung zwischen Marieke und dem hilfsbereiten Nachbarn John.
Die Filmemacherin Esther Rots veranschaulicht in ihrem Spielfilmdebüt eindrücklich psychische Auswirkungen von Gewalt an Frauen: „In dichter Atmosphäre vermittelt CAN GO THROUGH SKIN die inneren Prozesse, die durch ein Trauma ausgelöst werden. Die ZuschauerInnen werden tief in den emotionalen Strudel hineingezogen, in den Marieke durch den Übergriff auf Körper und Seele gerät. Dabei schreckt die Regisseurin auch nicht vor den dunklen Aspekten beim Weg aus dem Trauma zurück.“ (AVIVA-Tipp)
Esther Rots filmische Herangehensweise (Handkamera, natürliches Licht) wird der Tradition des europäischen sozialen Realismus zugeordnet und erinnert an das Werk der Dardenne-Brüder. Neben den hervorragenden Schauspielleistungen – insbesondere Rifka Lodeizen als Marieke – überzeugt CAN GO THROUGH SKIN durch ein detailliert ausgearbeitetes Sounddesign (Mix aus elektronischer Musik, Rauschen, dumpfe Rhythmen und Stille), das “konstitutiv für den gesamten Film wird”. (vgl. www.critic.de)
CAN GO THROUGH SKIN ist „[...] trotz seines sperrigen Themas und seiner ganz kompromisslosen Ästhetik der Langsamkeit, ein sehr eindrückliches Stück Kino. Eine ungeheuer präzise Studie über Einsamkeit und Verlorenheit und über den psychischen Mechanismus der Verdrängung, die tatsächlich unter die Haut geht und nach dem Sehen noch lange nachklingt.” (www.tip-berlin.de)

Auszeichnungen: FIPRESCI Prize – Transilvania International Film Festival 2009; Golden Calf für die Beste Schauspielerin und Beste Montage – Nederlands Film Festival 2009

Niederlande 2009; Regie; Drehbuch & Schnitt: Esther Rots; Kamera: Lennert Hillege; Musik: Dan Geesin; DarstellerInnen: Rifka Lodeizen (Marieke), Wim Opbrouck (John), Chris Borowski (Pizzamann), Elisabeth van Nimwegen (Siska), Tina de Bruin (Anniek), Mattijn Hartemink (Klaas), u.a. (35mm - gedreht auf 16mm; Farbe; 1:1,85; 94 min; holländische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


Esther Rots: geb. 1972 in Groenlo, Niederlande. Studium an der Arnheim Universität für Visuelle Kunst und an der Filmakademie in Amsterdam. Ihre mehrfach ausgezeichneten Kurzfilme wurden u.a. in Cannes, am FCMM in Montreal, am Flickerfest in Australien und am Golden Horse in Taipeh gezeigt. Mit ihrem Bruder Hugo Rots hat sie die Produktionsfirma Rots Filmwerk BV gegründet. (vgl. www.crossingeurope.at)

Dieser Film läuft im Rahmen von kinovi[sie]on und ist Teil der "16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ (25.11.-10.12.)"


kinovi[sie]on – ein Projekt des Otto Preminger-Instituts (Leokino/Cinematograph) – stellt seit dem Internationalen Frauentag 2005 einmal monatlich (jeweils am 8.) das Filmschaffen von Frauen in den Mittelpunkt. Der Filmzyklus kinovi[sie]on will nicht nur darauf aufmerksam machen, dass Frauen als Filmemacherinnen signifikant unterrepräsentiert sind, sondern vor allem dieser Tatsache entgegenwirken. kinovi[sie]on präsentiert monatlich künstlerisch anspruchsvolle Filme von Regisseurinnen, die sonst nicht in Tirol zu sehen wären. Zudem fokussiert kinovi[sie]on – mit einem kritischen Blick – frauenpolitisch relevante Themen: kinovi[sie]on versucht auf die nach wie vor bestehende Benachteiligung von Frauen aufmerksam zu machen, auf die Diskriminierung von marginalisierten Gruppen hinzuweisen, Unterdrückungsmechanismen aufzuzeigen und unterschiedliche Lebenskonzepte von Frauen sichtbar zu machen.
Nach Maßgabe der finanziellen Mittel werden Regisseurinnen und Referentinnen für Publikumsgespräche bzw. Impulsreferate eingeladen, um die Filmpräsentationen in filmtheoretische und gesellschaftspolitische Zusammenhänge einzubetten und zu diskutieren.
kinovi[sie]on ist österreichweit einzigartig und erreicht jährlich durchschnittlich 1.280 BesucherInnen.




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