VSStÖ Innsbruck: Rektor_innen planen Elite-Unis!
VSStÖ verurteilt Forderungen der Tiroler Hochschulkonferenz
Bei der Tiroler Hochschulkonferenz am Montag haben die Verantwortlichen einen geradezu irrwitzigen Plan für die Zukunft der Tiroler Hochschulen präsentiert: die Matura als Studienberechtigung soll fallen, sowie diverse Zugangsbedingungen bis hin zu Studiengebühren prägen die Ideenlandschaft im Stile konservativer Eliteploitik:
„Dass die Situation auf Tirols Hochschulen alles Andere als rosig ist, ist allseits bekannt. Doch diese ‚Strategie’, unsere Hochschulen zu retten, ist ein Witz. Gesprochen wird nur von Beschränkungen, doch Österreich fehlen Akademiker_innen!“, empört sich Stefan Gasser, Vorsitzender des VSStÖ Innsbruck
„Studiengebühren würden sozial schwache Menschen treffen, denn sie verbauen den Zugang zu höherer Bildung. Unser derzeitiges Stipendiensystem ist alles Andere als treffsicher.
Die Pläne der Tiroler Rektor_innen zielen klar auf eine Elitenbildung ab. Studieren dürfen nur mehr jene, die es sich leisten können. Dabei finanzieren Absolvent_innen durch ihre höheren Steuerabgaben ihr Studium rückwirkend und mehrfach“, erläutert Gasser weiter.
„Derzeit bedeutet eine abgeschlossene Matura Hochschulreife, also die Berechtigung zum Studium. Dies zweifeln Tirols Rektor_innen nun an: sie wollen selbst – durch Aufnahmetests und -gespräche – ihre Studierenden auswählen dürfen. Dass solche Tests selten fair sind, sondern in mehrerlei Hinsicht diskriminierend, zeigen nicht zuletzt die EMS-Tests an den Medizinunis in Innsbruck und Wien. Geschlecht, soziale Schicht oder Herkunft dürfen kein Kriterium für die Aufnahme an einer Hochschule sein!“, betont Gasser.
„Die öffentliche Hand darf sich nicht weiter aus den Hochschulen zurückziehen und die Privatwirtschaft darf nicht noch weitere Macht in unserem Bildungssystem erhalten! Für den VSStÖ sind die sozial selektiven Positionen der Tiroler Hochschulkonferenz absolut verwerflich.“, fordert der VSStÖ Innsbruck -Vorsitzende.
„Anstatt konstruktive Lösungsvorschläge zu bieten, repräsentieren die Rektor_innen und die Ministerin ein elitäres Top-Down-Prinzip, dass den Studierenden und auf lange Sicht der Zukunft und allen Menschen dieses Landes schadet!“, schließt Gasser.