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Die wunderbare Fakultätsvermehrung!
Im Rahmen der Implementierung des Universitätsgesetzes 2002 (UG02)
wurden die österreichischen Universitäten neu strukturiert
und reorganisiert. Seit 1. Jänner 2005 ist der erste Schritt zum
neuen Organisationsplan der Universität Innsbruck abgeschlossen.
Aus ursprünglich sechs wurden mit Jahreswechsel 15 Fakultäten.
Dabei handelt es sich im Wesentlichen um eine Zersplitterung der alten
Strukturen, nur ReWi und Theologie bleiben unversehrt. Die Baufakultät
zerfällt in Architektur und Bauingenieurwesen. Aus der NatWi wurden
fünf neue Fakultäten: Biologie, Chemie/Pharmazie, Geo- und
Atmosphärenwissenschaften, Mathematik/Informatik/Physik und Psychologie.
Die SoWi wurde dreigeteilt in Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft/Statistik
und Politikwissenschaft/Soziologie. Und schließlich wurd die GeiWi
in eine Bildungswissenschaftliche, eine Philosophisch-Historische und
ein Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät geteilt. Und
weil die Sportwissenschaften zu keiner dieser drei neuen Einheiten passt,
kommt das Institut zur Psychologie dazu (ob es dort richtig dazupassen
wird ...).
Jede dieser neuen Fakultäten wird von einer Dekanin oder einem
Dekan geleitet, ihr oder ihm zur Seite steht der Fakultätsrat mit
beratender Stimme. In diesem Gremium sind alle universitären Gruppen
(ProfessorInnen, AssistentInnen und DozentInnen, Studierende und Allgemeinbedienstete)
vertreten. Für die Studienangelegenheiten ist die Fakultätsstudienleiterin
bzw. der Fakultätsstudienleiter zuständig, diese können
ihre Kompetenzen an Studienbeauftragte delegieren, sollte an ihren Fakultäten
mehr als ein Studium eingerichtet sein.
In einem zweiten Schritt der Umstrukturierung werden die Fakultäten
neu gegliedert werden. Zunächst werden die „alten“
Institute auf die neue Struktur verteilt. Im Laufe dieses Studienjahres
wird von den unterschiedlichen Gremien und MonokratInnen (Fakultätsrat,
DekanIn, Senat, Universitätsrat, Rektorat und Rektor) über
die Struktur der einzelnen Fakultäten beraten, verhandelt bzw.
entschieden. Dabei wird wohl das ein oder andere Institut geteilt, mit
einem anderen zusammengelegt oder vielleicht auch nicht mehr eingerichtet.
Die neue Organisationsstruktur der Fakultäten und somit der endgültige
Organisationsplan der Uni Innsbruck soll mit 1. Oktober 2005 Gültigkeit
erlangen.
Der „Organisationsplan“ ist nur ein Teil der blau-schwarzen
Universitätsreform. Nachdem durch die Einführung der Studiengebühren
der soziale Numerus Clausus auf den österreichischen Universitäten
installiert worden war, das UG 02 die Studierenden von der Mitgestaltung
der Unis ausgeschlossen hat – durch deren Entdemokratisierung,
ist nun die Reorganisation der Universität ein geeignetes Mittel
Wissenschaften, die nicht gewinnbringend vermarktet werden können,
von der Uni zu verdrängen. Einzelne Institute und damit auch wissenschaftliche
Disziplinen werden im endgültigen Organisationsplan keinen Platz
mehr finden. Ob die daraus resultierende Abschaffung von Studienrichtungen
der letzte Schritt auf dem Weg zur „Weltklasse-Universität“
ist, ist unwahrscheinlich.
Wir Studierende profitieren dennoch von dieser Bildungsreform: Wir haben
endlich gelernt, dass Reform nichts anderes als Reduktion bedeutet!
Die Details zum Organisationsplan findet mensch unter http://www2.uibk.ac.at/service/c101/mitteilungsblatt/2003/31/mitteil.pdf und http://www2.uibk.ac.at/service/c101/mitteilungsblatt/2003/48/mitteil.pdf
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