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„Die Welt ist kleiner geworden!“
Diese
allgemeine Formel weist auf die Chancen und Aufgaben hin, die wir in
einer sich verschränkenden Welt nutzen können und bewältigen
müssen. Entlang unserer Grundwerte wollen wir an der Entwicklung
einer besseren Welt mitarbeiten. Dazu gehört eine aktive Bekämpfung
des Nationalismus im eigenen Land wie auch die Unterstützung des
Aufbaus grenzüberschreitender Beziehungen zu Menschen außerhalb
Österreichs und Europas. Wir lehnen den Chauvinismus der westlichen
Welt ab und treten klar gegen imperialistische Strukturen wie WTO und
NATO auf, welche in ihrer Geschichte und auch in ihren Zukunftsplänen
die Unterdrückung der Nicht-westlichen Welt als Mittel zur eigenen
Nutzenmaximierung akzeptieren und organisieren.
Europa...
Wir verstehen die Europäische Union als Möglichkeit der Verarbeitung
und Überwindung der nationalistischen Verbrechen des vergangenen
Jahrhunderts, fordern aber eine vertiefte soziale und gesellschaftliche
Integration als ausgleichendes Moment gegen die Übermacht des globalisierten
Kapitals in den Händen von multinationalen Konzernen. Dies kann
nur durch eine Demokratisierung der Strukturen der Europäischen
Union unterstützt werden. Dementsprechend muss der kleingeistige
Nationalismus des Rates überwunden und das Europäische Parlament
als einzig demokratisch gewählte Gesetzgebungsinstitution gestärkt
werden. Der aktuelle Entwurf einer Verfassung für Europa kommt
leider unseren Vorstellungen nicht entgegen: Das Parlament wird nicht
zur gesetzgebenden Institution, die Macht der Kommission bleibt ungebrochen.
Weiter stellt für uns die Verpflichtung zur Aufrüstung und
die Gründung einer europäischen Armee ein großer geschichtlicher
Rückschritt dar. Auch die wirtschaftspolitischen Festschreibungen
und die Erhebung des Neo-Liberalismus in den Verfassungsrang („Unabhängigkeit“
der Europäischen Zentralbank, Maastricht-Kriterien, Lissabon-Strategie)
lassen Europa in unseren Augen zu einem Konzept der Eliten verderben.
Für die Menschen bleibt da kein Platz mehr. Gerade aus diesen Gründen
treten wir auch aktiv und europaweit organisiert gegen diese Verfassung
auf (www.social-europe.org.uk; www.ambitioneurope.org).
Wir unterstützen auch die Forderungen des österreichischen
Friedensvolksbegehrens.
Die EU muss daraufhin eine aktive Wirtschafts- und Sozialpolitik betreiben,
um die sich immer weiter öffnende Schere zwischen arm und reich
zu schließen. Dabei weisen wir den erneuten Angriff auf die gesellschaftliche
Kontrolle der Wirtschaft durch Liberalisierungen etwa in Form des General
Agreement on Trade and Services (GATS) oder die so genannte Bolkestein-Richtlinie
entschieden zurück.
Zu einer positive Entwicklung gehört aber auch eine vertiefte gerechte
Zusammenarbeit mit den ausgebeuteten Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika,
welche am meisten unter den Folgen der gegenwärtigen Fehlentwicklung
des Kapitalismus zu leiden haben.
... und die Welt
Der Imperialismus als weitere Stufe des Kapitalismus zeigt sich dabei
nicht mehr in der staatlichen Kolonialisierung dieser Kontinente, sondern
direkt in der Macht weniger multinationaler Konzerne über Regierungen
und Länder. Zu den erzwungenen Zugeständnissen der Politik
an die Wirtschaft gehört auch der Einsatz von Krieg als wirtschaftspolitische
Maßnahme. Wir treten für eine aktive Friedenspolitik ein
und weisen jede Form militärischer Gewalt zur Anhäufung des
Kapitals in Händen weniger zurück.
Wir begrüßen das Erwachen einer globalen Zivilgesellschaft
und beteiligen uns an den globalen und lokalen Netzwerken etwa in den
Sozialforen. Mit großer Spannung und Erwartung verfolgen und unterstützen
wir auch die Emanzipation progressiver Regierungen in Lateinamerika
gegenüber westlichen Konzernen und Institutionen, namentlich in
Brasilien und Venezuela.
Wir haben nichts zu verlieren als unsere Ketten und eine freie, gleiche,
gerechte und solidarische Welt zu gewinnen! Damit dieser Kampf auch
ein erfolgreicher Kampf sein kann, ist der VSStÖ Teil internationaler
Netzwerke, namentlich der ECOSY, der Europäischen Sozialistischen
Jugend, und der IUSY, der Internationalen Sozialistischen Jugend. In
diesen Bündnissen sind hunderte Organisationen weltweit integriert
um am gemeinsamen Ziel einer sozialistischen, demokratischen und gerechten
Welt zu arbeiten. Gemeinsam werden Standpunkte erarbeitet und umgesetzt.
Zurzeit beschäftigen wir uns vor allem mit „Nachhaltiger
Entwicklung“, einem Konzept, das unserer Meinung nach global umgesetzt
zu einer Verbesserung der Lebenssituationen von Milliarden von Menschen
führen kann. Den genauen Standpunkt der Diskussion findest du auf www.iusy.org.
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