JUSOS Tirol, VSStÖ Innsbruck, AKS Tirol: Hier geblieben! – für ein menschenwürdiges Bleiberecht nach 3 Jahren!
Die sozialistischen Jugendorganisationen setzen gemeinsam mit vielen weiteren Organisationen in Innsbruck und Tirol ein starkes Zeichen für eine progressive Asylpolitik!
Am 10.12. 2010 begehen wir wie jedes Jahr den internationalen Tag der Menschenrechte. Angesichts der menschenunwürdigen Abschiebungen in der jüngsten Vergangenheit, haben sich verschiedene Organisationen in der Zivilinitiative Bleiberecht zusammengefunden. Das gemeinsame Ziel ist es, an diesem Tag ein weithin sichtbares Zeichen zu setzen. Deshalb engagieren sich auch die sozialistischen Jugendorganisationen in dieser, für Tirol erstmals so breiten, Plattform.
„Die Forderung nach einem Bleiberecht nach spätestens drei Jahren Aufenthalt in Österreich ist schon seit langem elementar in der täglichen Arbeit der Jungen Sozialistinnen und Sozialisten Tirol (kurz: JUSOS Tirol).“, kommentiert Jakob Flossmann, Landesvorsitzender der JUSOS Tirol, die Teilnahme an der Kundgebung für ein menschenwürdiges Bleiberecht. „Es ist essentiell, dass Asylwerbende in Österreich Möglichkeiten der Partizipation wahrnehmen können, nur so ist es möglich, vor allem Jugendliche, von einer Ausgrenzung aus der Gesellschaft zu bewahren. Menschen, die nach Österreich kommen, haben ebenso ein Recht auf Arbeit wie alle anderen. Der so genannte „Bartensteinerlass“, der asylwerbende Menschen vom Arbeitsmarkt ausschließt, ist nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht gesehen sinnlos, sondern vor allem in menschlicher Hinsicht eine reine Stigmatisierung der betroffenen Personen.“, erläutert Flossmann weiter.
„Bildung für Alle darf nicht nur eine Parole sein, gerade in der Flüchtlingsthematik ist dieses Credo von größter Bedeutung!“, schildert Benjamin Plach, Landesvorsitzender der Aktion kritischer SchülerInnen Tirol (kurz: AKS Tirol), die Prioritäten für die SchülerInnenorganisation in der Bewegung. „Bildung ist ein zentraler Faktor um in einer Gesellschaft partizipieren zu können und nur durch die Möglichkeit einer aktiven Partizipation ist Integration und gesellschaftlicher Aufstieg möglich!“, ist sich Plach bewusst.
„Auch im Laufe eines bereits begonnenen Studiums kommt es in Österreich immer wieder zu Abschiebungen.“, zeigt sich Jessica Müller, Vorsitzende des Verbands sozialistischer StudentInnen Österreich Sektion Innsbruck (kurz: VSStÖ Innsbruck), verärgert. „ Menschen aus ihrem laufenden (Aus)Bildungsprozess zu reißen ist schlichtweg ein weiteres Mittel der Repression gegen Asylwerbende. Am schwierigsten stellt sich hier die Situation für Drittstaatangehörige dar, für diese Menschen ist es oftmals schon schwierig überhaupt eine Studienzulassung zu bekommen, denn viele der Studienberechtigungen aus dem Ausland werden in Österreich nicht anerkannt.“, erklärt Müller.
„Die extreme Abschiebungspolitik die von BMin Maria Fekter exerziert wird ist in unseren Augen ein humanitärer Wahnsinn. Zuwanderung, auch aus Gründen der Flucht, darf in Österreich nicht länger als etwas Negatives gesehen werden. Dies bedeutet, dass es nur sinnvoll ist, Asylwerbende ein Recht auf Bildung, Erwerbsarbeit und umfassende medizinische Versorgung zu gewähren!“, schließen Flossmann, Plach und Müller unisono und rufen gemeinsam zur Kundgebung am Freitag um 17:30 an der Annasäule in Innsbruck auf.