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Don´t trade knowledge – share it!
www.iusyforum.org
Die International Union of Socialist Youth (IUSY) startet diesen Herbst
eine weltweite Kampagne gegen den Abschluss der Verhandlungen im Rahmen
des General Agreement on Trade in Services (GATS). Auch der VSStÖ
ist Teil dieses globalen Netzwerkes.
Bereits
seit vielen Jahren wird über das GATS diskutiert. Unterzeichnet
wurde das GATS im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) 1995 mit
dem Ziel der Liberalisierung von Dienstleistungen im internationalen
Handel. Dienstleistungen, die von GATS behandelt werden, sind jene,
die auf kommerzieller Basis zustande kommen, mit der Ausnahme von solchen,
die im öffentlichen Bereich angeboten werden.
Zunächst einmal sieht es also so aus, als würden öffentliche
Bereiche, wie Bildung, Ausbildung, Gesundheit, Pensionssysteme,... nicht
unter das GATS fallen und alle Polemiken darum seien nichtig. Doch leider
ist dies nicht der Fall. Durch die Einführung von Studiengebühren
wurde zum Beispiel in Österreich die Schranke zwischen kommerziell
und öffentlichem Bereich überschritten: Da Studiengebühren
eingeführt wurden, nimmt GATS an, dass Universitäten mit Gewinnabsicht
handeln und deshalb nicht mehr im öffentlichen Bereich anzusiedeln
sind. Dadurch fallen alle Universitäten theoretisch in den Bereich
des GATS, rechtliche Änderungen im Universitätsbereich bedürfen
der Zustimmung der WTO, die Rücknahme undemokratischer Entscheidungen
(Studiengebühren, Stipendienkürzungen, Zurückschlagung
der Rechte der Studierenden,...) wird dadurch erschwert und könnte
teuer erkauft werden müssen.
Weiter besteht nunmehr für alle ausländischen und internationalen
(Bildungs-) Konzerne, die in Österreich ihre Dienstleistungen anbieten
wollen, das Recht auf gleiche Behandlung wie für österreichische
AnbieterInnen. Im Klartext heißt das, dass private Bildungskonzerne
im gleichen Ausmaß öffentlich gefördert werden müssten
wie die bestehenden Universitäten, was natürlich finanziell
unmöglich wäre und nur eine weitere Umverteilung von Unten
nach Oben hervorrufen würde. Ein weiteres Downsizing der Universitätslandschaft
wäre die Konsequenz. Diese Beispiele sollen aber nur das Problem,
das GATS für unser Bildungssystem direkt hier in Österreich
darstellt, verdeutlichen. Weit größere Auswirkungen auf globalem
Niveau hat aber das GATS in ärmeren Ländern, in denen nur
mehr Bildung für die finanziellen Eliten leistbar sein wird. Durch
den Marktdruck internationaler Konzerne werden öffentliche Bildungssysteme
zerstört, Bildung wird zu einer Ware, die nur mehr für Reiche
zur Verfügung steht.
Noch aber ist es nicht zu spät! Nachdem die Verhandlungen in Cancún
(Mexiko) Ende letzten Jahres gescheitert sind und ein erstarken der
nicht industrialisierten Länder gegen das Diktat von EU und USA
zu spüren ist, sind die Verhandlungen wieder aus den Schlagzeilen
verschwunden. Zurzeit finden sie ständig im Hauptquartier der WTO
in Genf statt, um den erklärten Zeitplan der Liberalisierungsverhandlungen
einzuhalten. Bis Ende 2005 sollen alle Verhandlungen abgeschlossen sein,
alle Mitgliedsländer ihre Märkte nach den Anforderungen der
Konzerne geöffnet und stabilisiert haben, damit die Verträge
unterzeichnet werden können. Der Abschluss der Verhandlungen darf
nicht zustande kommen, das ist die Devise der Kampagne der
Internationalen Sozialistischen Jugend (IUSY). Gemeinsam mit ihren 134
Mitgliedsorganisationen weltweit (der VSStÖ ist ebenfalls Vollmitglied
der IUSY) und mit vielen anderen PartnerInnen startet die IUSY diesen
Herbst die Kampagne „Don´t trade knowledge – share
it“ und will die Bevölkerung über das GATS und seine
Auswirkungen auf das tägliche Leben informieren.
Ziel der Kampagne, die über das ganze Jahr 2005 laufen wird, ist
es, die GATS-Verhandlungen zu stoppen und damit den Ausverkauf von Aufgaben
der öffentlichen Hand weltweit zu verhindern. Gegen internationale
Organisationen des Kapitals ist nur die internationale Solidarität
der Ausgebeuteten eine wirksame Waffe! Informiere dich über das
GATS, verbreite deine Informationen! Nähere Infos über die
Kampagne und über das GATS und seine Auswirkungen auf den Bildungsbereich
findest du auf www.iusyforum.org, www.stoppgats.at bzw.
auf www.vaust.net.
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